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Im größten Klassenzimmer Österreichs

Umweltbildung im Nationalpark Hohe Tauern

 
(Mittersill, 29.6.2009) Neben Naturraummanagement und Wissenschaft & Forschung zählt die Bildung & Besucherinformation zu den zentralen Geschäftsfeldern des Nationalparks Hohe Tauern. In den vergangenen Jahren hat sich hier am meisten getan. "Qualitativ wie quantitativ ist die Nationalparkverwaltung zu einer nicht mehr weg zu denkenden Umweltbildungseinrichtung im Land Salzburg mit Bedeutung und Anerkennung weit über die Landesgrenzen hinaus geworden", so Nationalpark Landesrätin Doraja Eberle, die heute anlässlich des Nationalpark Partnerschulfestes zu einem Pressegespräch in die Nationalparkwerkstatt nach Hollersbach eingeladen hatte.
 
In der Nationalpark Umweltbildung geht es der Nationalparkverwaltung darum, auf verschiedenen Ebenen, mit unterschiedlichen Programmen und Angeboten aktiv zu werden und im Wesentlichen folgende Inhalte zu verbreiten, zu vermitteln, bewusst und verständlich zu machen: 
  
- die weltweite Nationalparkidee
- die Bedeutung des Nationalparks Hohe Tauern als Schutzgebiet
- die ökologischen Zusammenhänge im Hochgebirge
- den Umwelt- und Naturschutz als gesellschaftliche Verantwortung
- das Prinzip der Nachhaltigkeit
 
Umweltbildung geschieht im Nationalpark nach zeitgemäßen und modernen pädagogischen wie didaktischen Ansätzen. "Erfolgsrezept" ist dabei immer, Wissens- und Informationsvermittlung mit Erlebnis und Abenteuer zu kombinieren. Es ist erwiesen, dass dadurch am besten nachhaltiges Handlungsbewusstsein gefördert wird – und darauf kommt es in der Umweltbildung schließlich an, erläutert Eberle. Drei Säulen, die Nationalpark Ranger, Zielgruppen orientierte Umweltbildungsprogramme und moderne Umweltbildungseinrichtungen tragen die Umweltbildung im Nationalpark und helfen, die angestrebte Qualität zu halten, berichtet NP-Direktor Wolfgang Urban.
 
Derzeit, wenige Wochen vor den Sommerferien ist bei den Nationalpark Umweltbildungsprogrammen 'Hochsaison' und wie die Vorausbuchungen für den Herbst schon heute erahnen lassen, werden die Erfolge von 2008 quantitativ wie qualitativ erneut erreicht.
 
 
Kennzahlen 2008
 
betreute Schulklassen: 985
betreute SchülerInnen: 21.215 
 
Ranger ganzjährig:5
Ranger saisonal:  10
Ranger extern (Pool zur Spitzenabdeckung): 15
Volontäre, Praktikanten: 19 
  
 
Nationalpark RangerInnen
 
Die wichtigste Ressource und Garant für den Erfolg im Geschäftsfeld Bildung & Besucherinformation sind die Nationalpark Ranger. Während der "Nationalpark Hauptsaison" im Sommer sind 15 fix angestellte Ranger und weitere 15 externe RangerInnen auf Honorarbasis sowie 19 Praktikanten/Ferialarbeiter im Einsatz.
 
Wissensvermittlung mit Erlebnis und Abenteuer zu kombinieren ist ihre absolute Stärke. Des Weiteren ihr umfangreiches Aufgabengebiet, das neben der Umweltbildung und Besucherinformation auch die Mithilfe bei Forschungsaufgaben des Nationalparks, bei Naturschutzprojekten und in der Schutzgebietsaufsicht umfasst. Um das hohe Qualitätsniveau ihrer pädagogischen und inhaltlichen Arbeit beizubehalten werden laufende Aus- und Weiterbildungen im Rahmen der Nationalparkakademie für die Ranger organisiert. Derzeit sind 8 Ranger mitten in ihrer dreijährigen Ausbildung, welche mit einer kommissionellen Prüfung abgeschlossen werden muss.
 
 
Schul- und Projektwochen
 
Die Angebote der Schul- und Projektwochen richten sich vor allem an Schulen außerhalb der Nationalparkregion welche meist zwischen Mai und Juli bzw. im September eine Woche in der Nationalparkregion verbringen. Im Mittelpunkt stehen Exkursionen in das Schutzgebiet welche zu den unterschiedlichsten thematischen Schwerpunkten von erfahrenen Nationalpark Rangern geführt werden. Von den Wilden Wassern der Krimmler Ache bis zu Hochgebirgstagen mit Hüttenübernachtung.
 
Die Schulen kommen aus ganz Österreich, viele werden über Jahre schon zu richtigen "Stammgästen". Die Interpädagogika, eine Messe für PädagogInnen, die jedes Jahr im Herbst in einer anderen Landeshauptstadt – heuer in Wien – stattfindet, ist für die Nationalparkverwaltung meist eine erste Kontaktmöglichkeit. Dann folgen umfangreiche Beratungsgespräche, bei denen die Nationalparkverwaltung von der Anreise bis zur Unterbringung behilflich ist. So profitieren Busunternehmen genauso wie an die 20 Jugendgästehäuser und andere Besuchereinrichtungen der Nationalparkregion vom guten Image des 'größten Klassenzimmer Österreichs'.
 
 

Nationalpark Partnerschulen
 
Für die Nationalparkverwaltung gilt es, aber nicht nur für die Kinder und Jugendlichen als Gäste von Nah und Fern da zu sein, sondern auch den einheimischen SchülerInnen "ihren" Nationalpark näher zu bringen und als Teil ihrer heimat bewusst zu machen. Einzelne Schulen der Nationalparkregion kooperieren schon viele Jahre mit der Nationalparkverwaltung. Seit dem Schuljahr 2008/2009 gibt es nun 29 Nationalpark Partnerschulen mit 234 Schulklassen und 4.518 SchülerInnen. Die zunächst für 4 Jahre abgeschlossenen Partnerschaftsverträge beinhalten – ermöglicht durch die Sponsorpartner Wolfram Bergbau Mittersill und Ja!Natürlich – die kostenlose Nutzung der Nationalpark Umweltbildung für diese heimischen Schulen. An 213 Tagen konnten im Jahr 2008 so den heimischen SchülerInnen alleine Teilnahme- und Eintrittsgebühren von insgesamt € 18.000,-- erspart werden.
 
Heimische Schulen bevorzugt zu behandeln ist für die Nationalparkverwaltung selbstverständlich, schließlich wachsen hier jene Menschen heran, die schon in wenigen Jahren als Entscheidungsträger in der Region agieren, die dann die Nationalparkidee in allen Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsbereichen bestmöglich zu integrieren wissen sollen und so die Chancen der Regionalentwicklung im Einklang und auch durch den Faktor "Nationalpark" erkennen und nutzen können.
 
Zum heurigen Partnerschulfest haben sich entgegen der kalkulierten 300 SchülerInnen gleich 800 (!) angemeldet, worauf das Partnerschulfest zusätzlich zu Hüttschlag am 22.6.2009 nun auch in Hollersbach am 29.6.2009 mit jeweils 400 SchülerInnen stattgefunden hat.
 
 
Nationalpark Werkstatt inklusive Science Center
 
Die Nationalparkwerkstatt in Hollersbach ist in Verbindung mit dem Science Center im Nationalparkzentrum in Mittersill die zentrale Indoor-Einrichtung für die Umweltbildung des Nationalparks. Dabei besteht in den angebotenen Modulen eine klare Trennung bezüglich der Inhalte. In der Nationalparkwerkstatt wird das in unserer Kulturlandschaft gewachsene und weiter gegebene "handwerkliche Wissen" erfahr- und erlebbar gemacht. Die Module "Kultur mit allen Sinnen", "Kultur mit Mund und Händen", "So schmeckt die Natur", "Spurensicherung – Nationalparkdetektive" sowie "Bäume und Waldgeschichten" vermitteln dabei Wissen welches für den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen nötig ist.
 
Im dazugehörigen Science Center hingegen wird "naturwissenschaftliches Wissen" vermittelt. Weltweit werden solche Science Center erfolgreich als bildungs- und technologiepolitische Instrumente eingesetzt. Sie interessieren und sensibilisieren die Öffentlichkeit und speziell die junge Generation für Wissenschaft und Forschung durch interaktives und experimentelles Lernen. Derzeit werden im Science Center des Nationalparks 8 Module angeboten: "Ein Gebirge entsteht", "Gesteine und Minerale", "Höhenstufen – Reise in die Arktis", "Überleben im Hochgebirge – alpine Ökologie", "Mikrowelt des Nationalparks", "Nationalpark mit offenen Ohren", "Wetterküche und Klimalabor" sowie "Schneeflocken und Eiswelten".
 
 

Klimaschule - neu ab Schuljahr 2009/2010
 
Die Idee hinter der Mobilen Nationalparkschule ist, dass im Rahmen eines mehrtägigen Programms die Nationalpark RangerInnen zu den Schülern in die Schule kommen und dort spezielle Themen der Umweltbildung vermitteln. Zu diesem Angebot zählt auch die Wasserschule, die seit 9 Jahren erfolgreich umgesetzt wird. 155 Schulklassen bzw. 2815 SchülerInnen haben 2008 daran teilgenommen. In 3 Indoor- und 2 Outdoor-Modulen dreht sich alles um das Wasser als Grundlage allen Lebens.
 
Ab dem Schuljahr 2009/2010 gibt es nun ein neues zusätzliches Angebot: die Klimaschule. Nach dem gleichen Aufbau wie die Wasserschule, soll dabei der sensible Themenbereich von Klima – Klimawandel – Klimaschutz altersgerecht bewusst gemacht werden. Die Probedurchgänge in der Volksschule Hollersbach und in der Hauptschule Uttendorf waren sehr erfolgreich, so dass einem offiziellen Start im Herbst nichts im Wege steht.
 
weitere Unterlagen: 
  
- CD mit Fotos und Grafiken zu allen Aktivitäten der Nationalpark Umweltbildung 
- Programmheft "Im größten Klassenzimmer Österreichs" 
- Tätigkeitsbericht 2008 des Salzburger Nationalparkfonds 
-  Nationalpark Sommerprogramm "Natur erleben" 
-  Freiraum – T-Shirt als DANKE fürs Kommen
 
 
Rückfragehinweis:
Nationalparkverwaltung Hohe Tauern Salzburg
Gerlosstraße 18, A-5730 Mittersill
+43 6562 40849-0
nationalpark@salzburg.gv.at  
www.hohetauern.at
 
 
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02.07.2009,