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Neue „Baugrundstücke“ für Bienenfresser

Frisch abgegrabene Brutwand für seltene Zugvögel

 
(Illmitz, 30.03.2005) Die bei Hobby-Ornithologen und Naturfotografen seit vielen Jahren beliebte Bienenfresser-Brutwand am Ungerberg bei Weiden/See war unattraktiv geworden, zumindest aus der Sicht der schillernden Zugvögel. Sie war übersät mit alten Bruthöhlen, zudem hatten sich andere Vogelarten eingenistet und das Kolonieleben empfindlich durcheinander gebracht. Als die Bienenfresser im Mai 2004 aus Afrika zurückkehrten, siedelten sich deshalb nur mehr zwei Paare am Ungerberg an, die übrigen verteilten sich auf andere Brutwände entlang des Wagrams. Zum Vergleich: 1997 ging dort mit 37 Paaren als Rekordjahr in die Aufzeichnungen ein.
 
Nationalpark-Gebietsbetreuer Hans Lehner, zuständig für die angrenzenden Zitzmannsdorfer Wiesen und quasi vor der Haustür der Bienenfresser in Gols zuhause, beobachtete die problematische Entwicklung, holte sich den Rat von Experten und schritt zur Tat: Fünf Tage dauerte der Einsatz mit Bagger und Lastwagen, dann war die gesamte Brutwand um rund einen Meter abgegraben, unzählige Fuhren Löß waren abtransportiert. Dem Nationalpark entstanden aus dieser Pflegemaßnahme keinerlei Kosten – dank der Unterstützung der Golser Transportfirma Allacher. Jetzt erwartet die Großinsektenfresser, wenn sie Ende Mai am Neusiedler See eintreffen, eine räubersichere, jungfräuliche Brutwand.
 
Bienenfresser sind schöne und scheue Vögel, letzteres gilt besonders für den Brutplatz. Deshalb die Bitte von Gebietsbetreuer Hans Lehner: „Halten Sie sich an die Beschilderung und betreten Sie auf keinen Fall das Gelände unter der Brutwand, dann fühlen sich die Bienenfresser ungestört und lassen sich mit dem Fernglas sehr gut beobachten“. Im übrigen sind kleinere Trupps von Anfang August bis zum Abflug nach Afrika, etwa Anfang September, in vielen Gebieten des Nationalparks zu sehen – und ihr melodisch-weicher Gesang zu hören. Sie sitzen gerne auf Stromleitungen oder auf größeren Bäumen, manchmal sogar in unmittelbarer Nähe von Häusern. Gegen Abend, wenn sie noch einmal auf Jagd gehen, zeigt ihr vielfarbiges Federkleid vor dem rötlichen Licht der untergehenden Sonne überraschende Nuancen. Dann sind die neu gegrabenen Bruthöhlen freilich schon längst verlassen.
 
Bildquelle: Archiv NP

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31.03.2005,