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Luchs in Österreich - Strategien gegen ein erneutes Aussterben

150 Teilnehmer auf Fachtagung im Nationalpark Kalkalpen

 
(Molln, 18.03.2005) 150 Teilnehmer aus  den Bereichen Jagd, Wissenschaft, Naturschutz und Forstwirtschaft aus Österreich und den Nachbarländern trafen sich am 16. und 17. März im Nationalpark Kalkalpen, um die Situation des Luchs in Österreich zu diskutieren. Die Tagung warf ein Licht auf die gegenwärtige Situation des Luchses in Österreich. Der Bestand des Luchses ist in den vergangenen Jahren vermutlich zurückgegangen - es geht ihm schlecht.
 
Im österreichischen Alpenraum kann nur von Einzelexemplaren gesprochen werden, es existiert vermutlich keine Population. Sichere Nachweise belegen, dass einzelne Luchse durch die Gebiete der Nationalparkregion Kalkalpen, Niedere Tauern, Oberkärnten und des Dreiländerecks – Kärnten, Slowenien und Italien - streifen.

Im Böhmerwald, Mühl- und Waldviertel ist die Situation deutlich besser. Hier besitzt Österreich einen Anteil an einer vitalen Population zusammen mit Bayern und Tschechien. In allen 3 Ländern gibt es eine aktive Betreuung mit wissenschaftlicher Begleitung, was nicht selbstverständlich ist und als Modellprojekt für grenzüberschreitende Zusammenarbeit gilt. Ausschlaggebend für den Erfolg ist die gute Zusammenarbeit zwischen Jagd- Naturschutz und Forst.
 
In den österreichischen Alpen hat sich einzig der Nationalpark Kalkalpen des Themas Luchs angenommen und ein systematisches Monitoring etabliert. Im Rest des österreichischen Alpenraums fehlt dieser Schritt noch weitgehend. Aufgrund der EU Fauna- Flora -Habitat-Richtlinie entstehen Österreich klare Verpflichtungen, Verbreitung und Trends der beiden Luchsvorkommen zu dokumentieren. Die EU verlangt aber auch aktive Maßnahmen zum Schutz der heimlichen Waldkatze.
 
Ein positives Beispiel wurde aus den Niederen Tauern von Bezirksjägermeister Matthäus Gelter über den positiven Umgang der Jägerschaft mit dem Luchs berichtet.
Immer wieder wird jedoch auch von illegalen Abschüssen gesprochen, die derzeit als eine der Hauptbedrohungen für den Luchs in Österreich gesehen werden. Hier ist die Jägerschaft gefordert, eine Verbesserung der Situation anzustreben.
 
Aufgrund der bedrohlichen Gesamtlage für den Luchs diskutierten Experten am zweiten Tag über zukunftsweisende Strategien. Trotz gesetzlichem Schutz ist der zentrale Punkt für das Überleben des passionierten Rehjägers, Luchs, die Akzeptanz bei den Interessengruppen, insbesondere bei den Jägern. Deswegen werden Jagd, Wissenschaft, Naturschutz und Behörden nun an einem Strang ziehen. Ähnlich wie beim erfolgreichen Konzept der Bärenanwälte, wird in Oberösterreich bereits über einen Luchsberater nachgedacht, der sich für ein konfliktfreies Zusammenleben zwischen Mensch und Luchs einsetzt.
 
Die Veranstaltung war eine Kooperation von: Nationalpark Kalkalpen, WWF Österreich, Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der BOKU Wien, Oberösterreichischer Landesjagdverband, Österreichische Bundesforste und der önj Haslach - Natur ohne Grenzen.
 
Weitere Informationen bei:
Stefan Briendl, Nationalpark Kalkalpen: 0664/9698020
Norbert Gerstl, WWF Österreich: 0676/83488219
Thomas Engleder, önj Haslach – Natur ohne Grenzen: 0664/5853354
Christopher Böck, Wildbiologen des OÖ Landesjagdverband: 0664/2505895
Jens Laass, Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der BOKU Wien: 0699/12108395
 

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31.03.2005,