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Nationalpark
Foto: F. Rieder

Entwicklung in Österreich


Der Schutz der Natur ist keine Selbstverständlichkeit. Solange sich ein Gebiet für die unterschiedlichsten Nutzungen eignet, wird es immer Interessenkonflikte zwischen Wirtschaft und Naturschutz geben. Auch bei den österreichischen Nationalparks war dies nicht anders als in anderen Ländern.

 
Konkret geplante großtechnische Projekte waren beispielsweise die Errichtung eines riesigen Wasserspeichers zur Energienutzung im Dorfertal (Hohe Tauern, Osttirol), eines Donaukraftwerkes bei Hainburg oder eines Kanonenschießplatzes bzw. Speicherkraftwerkes im Reichraminger Hintergebirge. Als die auch international   sicherlich bekannteste Protestaktion ist die Besetzung der Hainburger Au im Winter 1984/85 zu nennen, die letztlich den Bau eines Wasserkraftwerkes verhinderte. 

Wesentliche Überzeugungsarbeit für die Errichtung von Nationalparks leisteten heimische NGO`s (Alpenverein, WWF, Naturschutzbund, Naturfreunde etc.), die auch rechtzeitig wichtige Flächen sicherten, und viele idealistisch gesinnte Menschen innerhalb und außerhalb der Nationalparkregionen.   

Ausgehend von der Überzeugungsarbeit der "Naturschützer" wurden von politischer Seite die Weichen für die Errichtung der Nationalparks gestellt. Von Beginn an hat sich das damalige Umweltministerium seitens des Bundes in die Nationalparkdiskussion eingebracht, obwohl aus kompetenzrechtlicher Sicht Naturschutz Angelegenheit der Bundesländer ist. Da es sich bei Nationalparks jedoch um national und darüber hinaus auch international bedeutende Projekte handelt, hat sich der Bund bereit erklärt, bei der Planung, Errichtung und dem Betrieb der Nationalparks mitzuwirken und in der Regel 50% der Kosten zu übernehmen.

Die Einrichtung der Nationalparks hat jeweils mehrere Jahre in Anspruch genommen, da es langwieriger Verhandlungen zwischen allen Beteiligten (Bund, Länder, Grundbesitzer, Gemeinden, Nutzungsberechtigte) bedurfte und auch die öffentliche Diskussion einige Zeit in Anspruch nahm.
Aber nicht nur der Weg bis zur gesetzlichen Installierung eines Nationalparks ist ein Prozess, auch der Betrieb hat den Charakter eines fortwährenden Projektes. Durch die ständig notwendige Adaptierung von Managementmaßnahmen oder sonstigen Umstellungen in der Verfolgung der Nationalparkziele sowie aufgrund der freien Entwicklung der Natur in bestimmten Zonen ist ein Nationalpark als dynamischer Prozess zu verstehen.
 

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03.05.2011,